• Birgit Bulla

Warum alle Frauen auf Milchprodukte verzichten sollten

Aktualisiert: Okt 6

Du bist VegetarierIN, weil du ein Herz für Tiere hast? Toll, das ist doch schonmal super. Aber hast du dir schon mal Gedanken darüber gemacht, dass du damit "nur" den männlichen Tieren deine Stimme gibst?

Milch soll Kälber ernähren, nicht uns Menschen / Photo: © Amber Kipp /Unsplash

Milch geben können nur wir Frauen. Das liegt in der Natur der Dinge. Und genau aus diesem Grund, werden für Kuhmilch auch nur Kühe und keine Ochsen oder Stiere verwendet (das Wort "verwendet" ist hier absichtlich gewählt). Für Milch, Käse, Quark und Co. müssen also die Frauen ran. Und das nicht zu knapp.


Damit Kühe Milch geben können, brauchen sie Babys. Klar, Kuhmilch ist Muttermilch, die sie für ihre Kinder, die Kälber produzieren. So wie wir Menschenmamas das eben auch tun. Nur ist es eben bei Milchkühen so, dass sie die Milch nicht für ihre Kälber, sondern für uns Menschen geben sollen – äh – müssen. Damit das funktioniert, werden die Kälber ihren Müttern etwa ein bis drei Tage nach der Geburt entrissen und durch Melkmaschinen ersetzt. Diese Melkmaschinen saugen die Milch ab, indem sie durch durch pulsierenden Unterdruck das Babynuckeln nachahmen. Ausruhen kann sich die Mutterkuh nach diesen Strapazen natürlich nicht. Wochenbett? Pflege? Entspannung? Wo kämen wir da denn hin? Ist ja auch viel zu teuer und unnötig. Damit sich der ganze Aufwand lohnt, wird eine Milchkuh in der Regel zwei bis drei Monate nach der Geburt neu besamt, also künstlich geschwängert. Das ist natürlich eine enorme Belastung und Anstrengung für das Tier. Gerade ein Baby bekommen, während man noch "stillt" direkt wieder schwanger...



Laut PETA sind Milchkühe überzüchtet und geben 4,5-mal mehr Milch als sie das eigentlich für ihr Baby tun würden. Es ist nicht verwunderlich, dass sich bei diesen Strapazen auch Krankheiten entwickeln. 20 bis 30 Prozent der Kühe leiden unter Mastitis. Das ist eine äußerst schmerzhafte Entzündung der Euter. Da die Euter einer Milchkuh durch die viele Milch viel größer sind als von der Natur vorgegeben, können sich wohl nicht nur Mütter vorstellen, was für Schmerzen das sein müssen. Während der ganzen Prozedur befinden sich die Milchkühe natürlich nicht auf grünen Weiden oder in großen Ställen mit viel Heu, wie es uns Milka oder Weihenstephan weismachen wollen. In den meisten Höfen wird aus Platzgründen die fiese Anbindehaltung genutzt. Hier können sich die Tiere nicht mal drehen oder zwei Schritte gehen. Geschweige denn frische Luft atmen oder Tageslicht sehen. Aber warum auch, sie sollen ja nur Milch geben, sonst nichts.


Richtig alt werden Milchkühe auch nicht. Können "normale" Kühe bis zu 30 Jahre alt werden, schaffen es Milchkühe meistens nur bis zu ihrem fünften Geburtstag. Danach verebbt so langsam die Milchproduktion und sie werden ausgemustert. Die nächste Generation mit prallen Eutern wartet bereits.


Und? Hast du den Fehler in der oben aufgeführten Szene entdeckt? Milch zu trinken und sich für Frauenrechte stark zu machen, passen nicht zusammen. Hat Charlotte Roche dem Magazin der "Süddeutschen Zeitung" auch schon gesagt und beschreibt sich selber als Tier-FeministIN: "Die Kuh würde ja eigentlich nur kurze Zeit für das Kalb Milch produzieren. Wir saugen sie täglich leer, damit wir jeden Tag billig Unmengen Milch trinken können." Und: "Die männlichen Tiere, Hähnchen und Bullen, werden schnell hochgezüchtet und geschlachtet. Mit dem Tod ist auch ihr Leid beendet. Wer als Vegetarier lebt, der beendet also nur das männliche Leid."


Dir läuft es bei Serien wie "The Handmaid's Tale" eiskalt den Rücken runter? Dann multipliziere das noch mit "Alien" und du erhältst ungefähr den Alltag einer deutschen Milchkuh. Ja, so pervers ist das leider. Aber diese Perversion wird von dir unterstützt, wenn du weiter unbedarft Kuhmilch trinkst. Denn, pssst... für Hafer- oder Sojamilch wird kein Unterschied zwischen den Geschlechtern gemacht, es werden keine Lebewesen eingesperrt, vergewaltigt und ihrer Kinder beraubt. Und schmecken tun Milchalternativen (fast) genauso. Es ist nur eine geschmackliche Umgewöhnung. Und du weißt ja: Die Nachfrage steuert das Angebot. Es ist also deine Wahl, etwas zu bewirken und zu verändern.


Natürlich wollen wir hier niemanden an den Pranger stellen oder bekehren. Am Ende ist und bleibt es natürlich deine Entscheidung, was in deinem Einkaufskorb und Magen landet. Aber denk doch einfach mal darüber nach, wenn du den nächsten Kaffee trinkst. Wir Frauen müssen schließlich zusammenhalten!

  • Weiß Pinterest Icon
  • Weiß Instagram Icon
  • White Facebook Icon

© 2020 by femininINNEN