• Stephanie Morcinek

Sind Periodenprodukte Luxus? Äh – NEIN!

Aktualisiert: Sept 4

Im Schnitt gibt eine Frau pro Jahr zwischen 150 und 200 Euro für Tampons, Binden und Slipeinlagen aus. Warum diese Produkte, auf die wir nunmal aufgrund unsere Periode nicht verzichten können, wie Champagner mit 19 Prozent versteuert werden und damit zu den Luxusprodukten zählen, ist auch uns ein Rätsel. Es muss sich bald etwas ändern.


Update: Inzwischen gelten Periodenprodukte nicht mehr als Luxus. Jippieh! Die Initiative hat es geschafft und Tampons, Binden und Co. werden seit Beginn 2020 nur noch mit 7 Prozent besteuert!

Photo: ©Katja Brömer

Im Durchschnitt menstruiert eine Frau etwa 35 bis 40 Jahre ihres Lebens etwa zwölf Mal pro Jahr (je nachdem, wie der Zyklus ist) für ca. 3-5 Tage. Wir verbringen demnach unglaublich viel Zeit unseres Lebens blutend. Die Schmerzen, die Stimmungsschwankungen und die Hautveränderungen sind eigentlich schon Strafe genug. Doch der Gesetzgeber hat sich dazu auch noch gedacht: nehmen wir den Frauen, die meistens eh weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen, noch mal schön 19 Prozent Mehrwertsteuer auf die Produkte ab. Dankeschön für gar nichts.


Petition für die Abschaffung der Luxussteuer


Die Stuttgarter Tampon-Hersteller von The Female Company tricksten die Steuer aus und brachten das "Tampon Book" heraus. Das schmale Büchlein enthält Fakten über die Menstruation, gleichzeitig verstecken die Macher aber auch 15 Bio-Tampons darin – zum ermäßigten Steuersatz von sieben Prozent, wie er für Bücher üblich ist. Die ersten beiden Auflagen waren schneller ausverkauft, als ein Tampon Blut aufsagen kann. Gleichzeitig rief The Female Company dazu auf, die Petition "Die Periode ist kein Luxus" zu unterschreiben. Über 176.000 Stimmen wurden bereits abgegeben. Das Ziel: 200.000.



Auch unsere Kolleg*INNEN von Neon.de machen sich für eine Abschaffung der Luxussteuer stark. Gemeinsam mit dem Start-up einhorn aus Berlin kämpfen Sie dafür, dass die Politik Tampons und weitere Periodenprodukte endlich auf die Liste der Produkte fürs Grundbedürfnis setzt und von der Luxusliste streicht. Auf der Seite zum Petitionsaufruf steht:

"Wir möchten den Bundestag auffordern, Periodenprodukte wie Binden, Tampons und Menstruationstassen mit dem ermäßigten Steuersatz von 7 Prozent zu besteuern, da die bisherige Regelung unserer Meinung nach Menstruierende, meistens sind es Frauen*, aller gesellschaftlichen Schichten und finanzieller Hintergründe systematisch diskriminiert."

Hier könnt ihr euch auch noch mal im Video anschauen, welches Dilemma der überhöhte Steuersatz mich sich bringt.


Vorbilder in anderen Ländern


Australien hat im Streit über die Tamponsteuer diese komplett abgeschafft. Auch in Kanada, Südafrika, Indien, Irland oder Indien zahlen Frauen 0 Prozent auf Produkte, die sie nun mal mindestens einmal pro Monat benutzen müssen um nicht mit dunkelroten Flecken auf Hosen, Röcken oder Kleidern herumlaufen zu müssen.


Deutschlands Mehrwertsteuersystem lebt leider noch in den 1960er-Jahren und müsste dringend erneuert und an 2019 angepasst werden. Wir hoffen, The Female Company und Neon können mit ihren Petitionen etwas erreichen. Wir kämpfen mit euch – bis aufs Blut!

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