• Stephanie Morcinek

Mask-have!? Können Masken wirklich Accessoire?

Aktualisiert: Sept 4

Seit in ganz Deutschland für öffentliche Verkehrsmittel und Geschäfte eine Masken-Pflicht gilt, vermummen sich Männer und Frauen mit Gesichtsbedeckungen aller Art. Nicht selten werden sie dabei als modisches Accessoire ans Outfit angepasst. Was macht das mit uns?

© Foto & Collage: femininINNEN

Sie hängt mittlerweile schon neben dem Schlüsselbrett, um sie beim schnellen Sprint nach draußen ja nicht zu vergessen: die Mund-Nasen-Maske. Egal ob wir im Bus fahren, ein Restaurant betreten oder nur schnell Eier holen wollen – ohne die Bedeckung im Gesicht kommt man fast nirgends mehr rein. Während die Clubs aufgrund der akuten Ansteckungsgefahr geschlossen sind, kann man sich das Club-Feeling vor jeder Eisdiele holen. Ein Security entscheidet, wer und wie viele Menschen das Geschäft betreten dürfen. Manchmal muss man sogar seinen Namen aufschreiben, um nachverfolgen zu können, wer sich evtl. angesteckt haben könnte, falls ein Corona-Fall an besagten Stätten auftreten sollte.


Die Welt ist seltsam und das Atmen fällt schwer


Es ist ein komisches Gefühl, nur noch mit einem Schutz über dem Gesicht normale Dinge zu tun, über die wir uns sonst keine Gedanken gemacht haben. Die Leichtigkeit ist weg, dafür ist ein neues modisches Accessoire da. Eines, das uns das Atmen ganz schön schwer macht. Kann man die Maske, die eigentlich andere vor einer Ansteckung mit Viren schützen soll, die wir meist unwissentlich mit uns herum tragen, überhaupt als modisches Accessoire bezeichnen? Ist es richtig, dass wir sie in verschiedenen Farben oder mit Prints kaufen und sie an unsere Outfits anpassen? Wir haben darüber mit dem Psychologen Professor Dr. Alfred Gebert gesprochen.


Die 70/30-Gesellschaft


Die Gesellschaft spaltet sich beim Masken-Tragen laut Professor Gebert in zwei Lager. Das erste – etwa 70 Prozent der Bevölkerung – sieht das Masken-Tragen zwar nicht positiv, doch als Notwendigkeit in der Corona-Krise an. "Die Menschen tragen brav und gehorsam ihre Maske, würden diese nicht in Frage stellen, greifen am liebsten zu weißen oder dezenten Masken. Die andere Hälfte, also 30 Prozent, übertreiben es mit der Maske, nutzen diese als aggressives Ausdrucksmittel." Diese Masken sind dann meist in Schwarz gehalten, mit derben Sprüchen versehen oder ganz dekadent gestaltet. Sie sollen laut Professor Gebert, die Kontra-Position zur Vermummung ausdrücken, weil das Tragen eher als Widrigkeit gesehen wird.




Bunte Masken machen das Akzeptieren leichter


Wer darauf achtet, sich eine schöne Maske zuzulegen, die vielleicht sogar mit dem Outfit farblich matcht oder auf der die Fanliebe zu einem Fußball-Club und sogar zum eigenen Bundesland zu erkennen ist (Ja, wir meinen damit Markus Söder!), der kann laut Professor Gebert, leichter mit der aktuellen Krisen-Situation umgehen, schafft ein wenig Normalität in der Ausnahmelage. "Mit einer schönen Maske ist es viel einfacher, die aktuelle Situation zu ertragen. Es hilft ja nichts, wenn man den Frust in sich hineinfrisst", so Professor Gebert. "Wenn wir uns wohl fühlen – auch mit Maske – entsteht das Glückshormon Serotonin, das für Verträglichkeit, Freundschaft und Verständigung sorgt." Mit diesem Botenstoff in uns können wir eher Akzeptanz dafür aufbringen, was gerade auf der Welt passiert. Wir können uns also mit einer Maske, die uns gefällt, die Welt ein Stück erträglicher machen – selbst, wenn darunter das Atmen erschwert ist.




Das Lachen verschwindet nicht


Viele Mode-Unternehmen haben die Dringlichkeit erkannt, dass Masken benötigt werden. Van Laack, Trigema und selbst High Street-Gigant Mango bieten mittlerweile Mund-Nasen-Schutzmasken an. Vor allem kleine, meist nachhaltige Textilfirmen haben sich direkt dran gesetzt und aus Stoffresten Masken genäht. Das Angebot reicht von zurückhaltenden Leinen-Masken mit den eigenen Initialen (Willi the Label) über karierte Masken, die zum Business-Hemd passen bis hin zu kunterbunten Masken mit Blumen, Sternen, Punkten oder im Pali-Design (The Lovely Concept).

Obwohl uns die Maske als unliebsames Beiwerk im Alltag erst mal für unbestimmte Zeit erhalten bleibt, haben wir unser Lächeln darunter nicht verloren. Wer ganz genau hinschaut, sieht es an unseren Augen, dass wir immer noch strahlen. Wenn die Maske zum Outfit passt, sogar noch ein wenig mehr....

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