• Stephanie Morcinek

Die femininINNEN-Lesetipps für den Frühling 2021

Aktualisiert: März 19

Netflix hat gerade Pause, denn es sind so viele spannende Bücher am Start, dass wir kaum noch dazu kommen einen Binge-Watching-Abend zu starten, sondern lieber auf dem Sofa oder im Bett mit einem guten Buch abtauchen. Ein bisschen was fürs Herz, gegen die Angst vorm Älterwerden und auch für Musik-Fans ist was dabei. Hier kommen die femininINNEN-

Lesetipps für den Frühling 2021.


Unsere Lesetipps für den Frühling 2021 // Fotos: PR, Collage: femininINNEN

1. Lesetipp – Juli Rothmund: "Mit Abstand verliebt"

Photo: S.Fischer Verlage

Es ist eine herrlich fluffige Corona-Liebesgeschichte. Jella und Lennard treffen sich auf der Party ihres gemeinsamen Bekannten David zum ersten Mal. Die laute Yoga-LehrerIN Jella mit ihren vielen Tattoos und der spießige, zurückhaltende BWLer-Typ Lennard scheinen auf den ersten Blick überhaupt nicht zusammen zu passen. Doch irgendetwas scheinen beide am jeweils anderen zu finden und können nach der Party nicht aufhören, aneinander zu denken. Plötzlich kommt Corona und die Nachricht, dass sich Gastgeber David wahrscheinlich mit dem Virus infiziert hat. Für einen Corona-Test sehen sich beide zufällig vor einem Krankenhaus wieder und fangen kurze Zeit später an, sich wegen des Social Distancing per Skype zu verabreden. Erst ganz unverbindlich, weil Lennard Jella bei der Beantragung der Corona-Soforthilfe helfen soll, später haben die beiden virtuelle Dinner-Dates und erleben sogar eine gemeinsame Online-Reise nach Paris. Bald merken sie, dass sie doch mehr verbindet, als sie anfangs dachten. Liebe ist eben systemrelevant.


Hinter Juli Ruthmund stecken Julia Becker und Roland Rödermund, die sich während ihrer Uni-Zeit kennen lernten und gemeinsam die Idee eines Corona-Liebesromans in die Tat umsetzen.


Corona nervt doch total, warum soll ich darüber auch noch ein Buch lesen? Ja, das könnte mensch im ersten Moment denken, doch die Corona-Thematik fließt so charmant in den Handlungsstrang ein, dass ich immer wieder über Situationen gestolpert bin, in denen sich wohl die meisten von uns schon befunden haben und deshalb wirklich lachen musste. Auch Hamburg als Handlungsort ist ein weiterer Pluspunkt. "Hummel Hummel, lies lies" können wir da nur sagen!


Juli Rothmund. "Mit Abstand verliebt", Fischer Taschenbuch, 10,99 Euro

2. Lesetipp – Priska Amstutz, Leoni Hof: "Das neue 40"

Photo: Knesebeck

Hände hoch, wer auch Angst vor dem Älterwerden hat. Ich bin gerade im 40. Lebensjahr und werde – Hilfe!!! – Ende Januar 2022 die 4 in meiner Altersangabe stehen haben. Ich hab ganz schönen Respekt davor. Und finde es beängstigend, die Hälfte meines Lebens schon hinter mir liegen zu haben. Kommt da überhaupt noch was? War's das jetzt mit der Karriere, meiner Attraktivität, meinem Körper und überhaupt meinem Leben? Die beiden Autorinnen Priska Amstutz und Leoni Hof machen mit ihren Essays und Interviews inspirierender Frauen Mut, dass mit der 40 nichts zu Ende geht, sondern wir viele Dinge einfach entspannter und mit anderen Augen wahrnehmen werden. Sie führen Interviews mit inspirierenden Frauen zu diversen Bereichen unseres Lebens (Stil, Gesundheit, Karriere und Finanzen, Beziehungen) und bringen viele mutmachende Memes und Sätze, die Lust machen auf die 2. Lebenshälfte (Oh Gott, wie theatralisch das klingt) :)


Hier kommt direkt ein kleiner Vorgeschmack aus dem Buch. Jeweils drei Pro's und Contra's zum Leben ab 40. Das Negative zuerst:


WAS WIR AM VIERZIG-UND-ÄLTER-SEIN NICHT SO LIEBEN ...

- Dass häufiger Verspannungen in den Schultern auftreten, die »Frozen Shoulder« heißen. Und die gerne auch »40 year old shoulder« genannt werden. Zu Recht.

- Graue Haare. Wenn da nur ein paar wenige sind, die krisselig nach oben stehn.

- Dass wir immer noch nicht verstehen, wie das mit den Aktien/ dem Liegestütz/der ewigen Liebe funktioniert.


WAS WIR AM VIERZIG-UND-ÄLTER-SEIN LIEBEN

+ Freunde werden zu Familie.

+ Wir nehmen seltener ein Blatt vor den Mund. Auch nicht im Bett, erst recht nicht da.

+ Wir müssen nicht mehr überall mitmachen, nur weil alle es tun.


Priska Amstutz, Leoni Hof, Mirjam Kluka, Patrycia Lukaszewicz: "Das neue 40", Knesebeck Verlag, 25 Euro, ab 17. März erhältlich

3. Lesetipp – Taylor Jenkins Reid: "Daisy Jones & The Six"

Photo: Ullstein

Es war ein Geburtstagsgeschenk einer meiner liebsten FreundINNEN und hat genau meinen Wunsch getroffen, mal ein wenig der Realität zu entfliehen.

Daisy Jones ist jung, schön, wird von ihren Eltern vernachlässigt, hat eine klare Stimme und einen starken Willen: Sie möchte mit ihren eigenen Songs auf der Bühne stehen. Als sie eines Tages auf die Band "The Six" trifft, gibt es zwar menschlich zwischen ihr und Sänger Billie jede Menge Konflikte, auf der Bühne sind die jedoch sofort vergessen. Daisy und Billie sind ein explosives Duo, das die Fans begeistert. Doch auch Backstage sprühen die Funken...


Das Buch ist einzig in Gesprächsnotizen verfasst, die uns eintauchen lassen in die schönen, aber auch die Schattenseiten eines Rockstarlebens in den 70er-Jahren. Drogenabstürze, Neid zwischen den Bandmitgliedern und heimliche Sexbeziehungen inklusive.


Reese Witherspoon sagt über das Buch: "Ich habe mich Hals über Kopf in Daisy Jones & The Six verliebt." Deshalb wird es sogar von ihrer Produktionsfirma für eine 13-teilige Amazon Prime-Serie verfilmt. Freu mich schon mega drauf!


Talyor Jenkins Reid: "Daisy Jones & The Six", Ullstein Verlag, 19,99 Euro

4. Lesetipp – Melodie Michelberger: "Body Politics"


Photo: Rohwolt Polaris

Frauen sollen dem Schönheitsideal entsprechen, aber nicht zu individuell sein. Wer dem Ideal nicht entspricht, soll sich wenigstens selbst lieben. Der Druck auf Frauen ist so hoch wie nie, und wie seit Jahrhunderten bestimmt der männliche Blick, welche Frauenkörper attraktiv sind. Haben wir verlernt, unsere Körper zu akzeptieren und dankbar für das zu sein, was sie täglich leisten? AutorIN und Body-AktivistIN Melodie Michelberger fragt, wem es nützt, dass sich Millionen Frauen nicht hübsch genug fühlen. Sie weiß, wie Feminismus uns hilft, gegen das traditionelle Schönheitsideal zu rebellieren – denn es ist Zeit für ein diverses Bild von Schönheit und die Akzeptanz verschiedener Körperformen.


Wir haben das Buch und einige Passagen aus "Body Politics" von Melodie Michelberger schon in einem Artikel genauer vorgestellt, deshalb darf es auch auf dieser Liste nicht fehlen.


Es zeigt, wie der Diätwahn und falsche Schönheitsbilder krank machen können. Körperlich, vor allem aber auch seelisch. Wir müssen unseren Körper lieben lernen, um ihn irgendwann gar nicht mehr weiter wahrzunehmen. Denn was hilft es denn, wenn wir immer über den Körper sprechen und ihm so viel Raum geben. Ist es nicht eher unser Denken und unser Inneres, das zählen sollte?!


Melodie Michelberger "Body Politics", Rowohlt Polaris, 224 Seiten, 18 Euro

5. Lesetipp – Mareice Kaiser: "Das Unwohlsein der modernen Mutter"

Photo: Rowohlt Polaris

VersorgerIN, Businesswoman, Mom I’d like to fuck – Mütter sollen alles sein und dabei bitte glücklich. Egal, ob es um Arbeit, Geld, Sex, Körper, Psyche oder Liebe geht: Stereotype, Klischees und gesellschaftlichen Druck gibt es überall, auf Instagram, im Bett und im Büro. Dass unter diesem Druck das Wohlbefinden von Müttern leidet, ist kein Wunder. Und das können wir auch alle sagen, obwohl wir selbst keine Kinder haben. Doch wir sehen es in unserem Umfeld.


Vor allem hat Corona gezeigt, wie weit wir davon entfernt sind, gleichberechtigt zu sein. Die Care-Arbeit hat – was eine Überraschung – meist die Frau übernommen, während sich der Partner fürs Geldverdienen verantwortlich sah.


Mareice Kaiser analysiert in ihrem Buch "Das Unwohlsein der modernen Mutter" die Mutterrolle: poetisch und politisch, faktenreich und persönlich, modern und mutig. Sie zeigt, wo Mütter heute stehen – und wo sie stehen sollten: Dort, wo sie sich selbst sehen – frei und selbstbestimmt.


Nike van Dinther, eine der beiden Jaynes von "This is Jayne Wayne" sagt: "Mareice Kaisers Buch zu lesen, fühlt sich an wie eine kleine Revolution. Es ist ein blitzgescheiter Appell – an uns und an die Politik." Mareice Kaiser ist nicht nur ChefredakteurIN des Magazins Edition F, sie war es auch, die den Hashtag #CoronaEltern prägte und damit auf die Überforderung zwischen Homeoffice, Homeschooling und Kinderbetreuung aufmerksam machte. Ihr Buch erscheint am 21. April.


Mareice Kaiser: "Das Unwohlsein der modernen Mutter", Rowohlt Verlag, 16 Euro, ab 21. April 2021

6. Lesetipp – Margot Flügel-Anhalt: "Einfach abgefahren"


Photo: Ullstein

Margot Flügel-Anhalt ist ein echtes Vorbild. Nach einem Motorradtrip um die halbe Welt, den ihr euch in der ARD Mediathek anschauen könnt, hat ihre Reise-Gen sie erneut losziehen lassen. Diesmal aber nicht mit der Honda, sondern mit ihrem 24 Jahre alten Benz.


Ohne Reisepass macht sie sich auf, um 15 Länder über 18.000 Kilometern bis nach Südostasien zu bereisen. Die rüstige RentnerIN erzählt in "Einfach abgefahren" nicht nur von berührenden Begegnungen mit Fremden und atemberaubenden Landschaften, sondern auch von bedrohlichen Momenten in Kriegs- und Krisengebieten. Ihre fesselnden Geschichten von unterwegs ziehen unweigerlich in den Bann und mensch stürzt sich ohne Zögern mit in dieses einmalige Abenteuer.


Das beeindruckende Reisememoir einer beeindruckenden Frau, die die Freiheit in der Welt sucht und findet. Wir haben auch mit ihr ein Interview geführt, das wir aber erst zum Buch-Release am 29. März veröffentlichen werden. Ihr könnt schon mal gespannt sein. Sie ist so eine Inspiration...


Margot Flügel-Anhalt: Einfach abgefahren", Ullstein Verlag, 16,99 Euro, ab 29. März 2021

7. Lesetipp – Matt Haig: "Die Mitternachtsbibliothek"


Stell dir vor, auf dem Weg ins Jenseits gäbe es eine riesige Bibliothek, gesäumt mit all den Leben, die du hättest führen können. Buch für Buch gefüllt mit den Wegen, die deiner hätten sein können.

Hier findet sich Nora Seed wieder, nachdem sie aus lauter Verzweiflung beschlossen hat, sich das Leben zu nehmen. An diesem Ort, an dem die Uhrzeiger immer auf Mitternacht stehen, eröffnet sich für Nora plötzlich die Möglichkeit herauszufinden, was passiert wäre, wenn sie sich anders entschieden hätte. Jedes Buch in der Mitternachtsbibliothek bringt sie in ein anderes Leben, in eine andere Welt, in der sie sich zurechtfinden muss. Aber kann mensch in einem anderen Leben glücklich werden, wenn mensch weiß, dass es nicht das eigene ist?


Wir haben das Buch selbst noch nicht gelesen, doch unsere heimliche 5. femininIN Tina ist mehr als begeistert, weshalb es direkt auf unsere Liste gewandert ist. Matt Haig ist ein zauberhafter Roman darüber gelungen, dass uns all die Entscheidungen, die wir bereuen, doch erst zu dem Menschen machen, der wir sind. Eine Hymne auf das Leben – auch auf das, das zwickt, das uns verzweifeln lässt und das doch das einzige ist, das zu uns gehört.


Matt Haig: "Die Mitternachtsbibliothek", Droemer Knaur Verlag, 20 Euro

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