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Corona-Fernweh? Komm mit uns an unsere Dream Destinations

Aktualisiert: Feb 7

Fems, wir wissen nicht, wie es euch geht, aber wir rasten so langsam aus. Wir sitzen schon soooo lange zu Hause und irgendwie scheint kein Ende in Sicht. Jetzt wird gerade von Politiker*INNEN diskutiert, die Grenzen dicht zu machen und den Flugverkehr auf 0 herunterzuschrauben. Für die Corona-Bekämpfung sicherlich der richtige Schritt, für unsere Zukunftsvisionen von uns im Bikini an einem schönen Strand oder beim Erkunden fremder Orte leider ganz ganz schlecht. Daher nehmen wir euch jetzt zumindest in Gedanken mit an unsere Traum-Ziele, unsere Sehnsuchtsorte. An Plätze, in die wir uns verliebt haben. Wegen des Flairs, wegen der Landschaft, wegen der wundervollen Menschen oder der außergewöhnlichen Tiere und Pflanzen. Viel Spaß auf dem kurzen Mind Holiday!


Das sind unsere femininINNEN Anti-Corona Dream Destinations


Diese Fotos und Erzählungen sollen unser Fernweh etwas stillen // Photo: Katja Brömer

Charlotte: Roma


Ich liebe italienisches Essen, ich fahre eine Vespa, verehre Giorgio Armani, lebe am liebsten in “Monaco di Baviera”, quasi der nördlichsten Stadt Italiens und verbringe dort ganze Samstage bei der italienischen Supermarktkette Eataly. Neben Pizza, Pasta und Amore, schlägt mein Herz aber vor allem für Rom. Mindestens 120 Dezibel laut.


Auch wenn es so viele entzückende Ecken entlang des Stiefels gibt, Rom ist der Ort, an dem ich das Gefühl habe, weg und gleichzeitig zu Hause zu sein. Rom ist Heimat und Zufluchtsort. Egal in welcher Lebenslage – Uniabschluss, Beförderung, ja selbst nach meiner letzten Trennung kam ich hierher. Einfach um mich der gar surrealen Schönheit dieser knapp 3-Millionen-Einwohner-Metropole hinzugeben.


Aber von vorne....

Schon auf dem Weg vom Flughafen Fiumicino entlang dürrer Felder, die einzig von heruntergekommenen Achtzigerjahre-Bunkern und ehemaligen Industriegebieten unterbrochen werden, heben sich meine Mundwinkel wie von selbst. Am Termini angekommen bekommt mensch einen Vorgeschmack auf das charmante Chaos, das einen in der Stadt erwartet. Über zwei Ebenen wuseln, brüllen und gestikulieren die Menschen wild und meist mit Mobiltelefon am Ohr. Vor Corona war auch die Fahrt mit der Metro selbst ein kleines Abenteuer. Wer es überhaupt in eine der rappelvollen Bahnen schaffte, brauchte eine gehörige Portion Selbstbewusstsein, um wieder hinaus zu kommen. Nett fragen, ob man mal durch könnte, ist nicht. Wer aussteigen möchte, der quetscht, schiebt und schreit vor allem quer durch das Abteil. “Scendo!”, was so viel heißt wie: “Ich steige aus!”. Wer das noch nie gemacht hat, den mag es Überwindung kosten – Das erste Mal versucht man es verhalten, das zweite Mal mit Nachdruck, aber frühestens beim dritten Versuch wird einem überhaupt Beachtung geschenkt. Irgendwann denkt man sich dann: Who cares!? Und, promesso, das ist der Augenblick, in dem man derart Eindruck schindet, dass einem im Anschluss das ganze Abteil geradezu salutiert. “Alles klar Signora, ich mach’ ja schon Platz”.

Na also, geht doch!


Beim Schreiben hat mich direkt etwas überrannt, das ich einfach nur echte Liebe zu dieser Stadt nennen kann, daher habe ich viiiiel mehr geschrieben, als in dieser Auflistung Platz hat. Meinen gesamten Text über meine Amore für Roma findest du hier....



Stephanie: Die Osterinsel (Chile)


Moais Steinköpfe Osterinsel Chile
Die Moais der Osterinsel // Photo: Stephanie Morcinek

Mein allergrößtes CO2-Laster ist meine Liebe für Südamerika. Der Kontinent übt eine derartige Faszination auf mich aus... Ich möchte einfach jeden meiner Urlaub nutzen, um den Kontinent und seine sensationelle Natur, die atemberaubende Artenvielfalt, das Essen, die Kultur und die Menschen kennen zu lernen. Ganz oben auf meiner Must-See-Liste stand schon immer die Osterinsel. 2017 habe ich mir meinen Reise-Traum erfüllt und auch heute flüchte ich immer wieder in Gedanken an diesen besonderen Ort, wenn mich der Corona Blues packt...


Das 160 km² kleine Eiland liegt 14.000 km und damit knapp 19 Flugstunden von Deutschland entfernt sehr einsam im Südpazifik. Politisch gehört die Isla de Pascua zu Chile, kulturell ist sie eher Polynesien zuzuordnen – und reiht sich damit neben Haiti, Hawaii oder Tuvalu ein. Die Steinköpfe ("Moais") sind das weltbekannte Wahrzeichen der Vulkan-Insel und faszinierten mich schon, als ich mit acht auf dem Game Boy Super Mario spielte (checkt mal Level 3). Doch als ich live vor ihnen stand, begriff ich erst, wie faszinierend sie tatsächlich sind. Bis heute kann die Wissenschaft noch nicht genau sagen, wie die bis zu 12,5 Tonnen schweren Kolosse genau transportiert und aufgestellt wurden. Fakt ist, dass die aus Tuffstein gefertigten Moais aus einem Vulkan geschlagen wurden und überall auf der Insel verteilt stehen – viele davon mit dem Rücken zum Meer, von einigen sieht man nur die Köpfe, doch haben Wissenschaftler*INNEN vor ein paar Jahren herausgefunden, dass die Körper in die Erde eingegraben wurden.



Die Osterinsel – die übrigens an einem Ostersonntag entdeckt wurde, daher der Name – ist super klein und hat nur rund 6000 Einwohner. In den Wintermonaten landet nur ein Flieger pro Tag in Hanga Roa und bringt ein paar Touristen mit, die sich in den Hotels und privaten (Eco-)Cabañas verteilen. Das Schönste hier ist die Ruhe, der Handyempfang ist super schlecht und zwingt zum Abschalten. Dafür könnt ihr euch ein Mountainbike schnappen, über Schotterwege die Küste entlang fahren, dabei wilde Pferde beobachten, in ein paar Höhlen entlang der Küste kriechen oder einfach nur still dasitzen, die Moais anschauen und aufs Meer starren.

Wenn es das Wetter und die Strömung erlauben, sind auch Tauch- oder Surfausflüge möglich. Als ich dort war, wollte die See leider nicht ruhig werden und ich musste drauf verzichten. Stattdessen fuhr ich mit einem Leihwagen erst zum erloschenen Vulkan Rano Raruku und schaute mir die kreuz- und querstehenden Steinköpfe an; danach ging's zum Strand Anakena im Norden der Insel.


Die Isla de Pascua ist Sehnsucht pur. Das Meer ist ständig präsent. Ich kann es sehen, riechen, wenn ich mir mit der Zunge über die Lippen fahre, kann ich es schmecken. Dazu dieses tropische, warme Klima. Erst verwöhnt die Sonne die Insel und ihre Bewohner, dann ziehen Wolken auf, die komischerweise selbst aussehen wie die Moais, nur um sich kurze Zeit später mit tosendem Lärm über die gesamte Insel zu ergießen und alles unter Wasser zu setzen. Wie gerne stand ich in diesem Regen, glücklich, erfüllt, völlig leicht und frei. Und nass bis auf den Bikini... Oh wie gerne würde ich dort hin zurück. Aber geht ja leider nicht. Nicht nur wegen Corona, sondern auch wegen meines leider übervollen CO2-Kontos...



Katja: Teneriffa

Über der Insel tront der Vulkan "El Teide", der höchste Berg Spaniens // Foto: Katja Brömer

Wenn man an Teneriffa denkt, schießen einem vermutlich sofort Bilder von Rentnern in überfüllten All-Inclusive Hotels in den Kopf. Ja, auch ich hatte diese Vorurteile. Vor 6 Jahren flog ich zum ersten Mal auf die größte der Kanarischen Inseln und wurde eines Besseren belehrt. Mittlerweile habe ich, dank Airbnb, sehr viele unterschiedliche Seiten der Insel gesehen und bin nach wie vor von der abwechslungsreichen Natur verzaubert. Im Süden ist es trocken und wüstenähnlich und im Norden sehr grün mit vielen Blumen und es regnet ab und an. Die Insel beherbergt außerdem den Vulkan Teide (3.715 m), den höchsten Berg Spaniens, welcher aus vielen Perspektiven der Insel als Wahrzeichen dient. Fahren wir hoch Richtung Teide, durchqueren wir wunderschöne, wohlriechende Nadelwälder. Oben angekommen, findet wir uns in einer atemberaubenden Mondlandschaft wieder, die schon oft als Weltraum-Filmkulisse diente. Es ist sogar möglich, dass es hier so weit oben von allem, zu schneien anfängt.

Ausflug zum Vulkan Teide. Fotos Oben: Katja Brömer // Foto unten: Theresa Wallrath

Zu jeder Jahreszeit ist das Klima wegen der Nähe zum Äquator sehr angenehm. Stellt euch folgendes Szenario vor, ihr steigt bei -1 Grad und Nieselregen in Deutschland in den Flieger und kommt nicht mal 5 Stunden später bei angenehmen 24 Grad und Sonnenschein raus. Hach, herrlich! Palmen und ein blumiger Duft erwarten einen, wenn sich die Türen des Flughafens im Süden der Insel öffnen.


Wunderschöne Blumen in Candelaria // Fotos: Katja Brömer


Vor genau einem Jahr war ich mit meinem Freund Mares und unserem Hund Max, der übrigens aus Teneriffa stammt, zum Überwintern nach Teneriffa gekommen. Zwei Monate durften wir diese Insel unser Zuhause nennen.


Blick auf den Küstenort "El Pris" im Hintergrund: der Teide // Foto: Katja Brömer

Begonnen hat unsere Reise in Candelaria, einem kleinen Ort im Süd-Osten der Insel, welcher ein wenig an Florida erinnert. Eine schöne Strandpromenade mit Palmen führt einmal komplett durch den Ort und morgens trifft man ausschließlich Einheimische, die ihre Hunde spazieren führen oder joggen gehen. Wenn man Fisch mag, ist die "Cofradia", direkt an der Promenade, die Adresse Nr. 1, welche fast ausschließlich von Einheimischen besucht wird. Veganer kommen mit Papas Arrugadas mit Mojo Rojo und Ensalada Mixta (traditionell gekochte Salzkartoffeln mit einer Chili-Knoblauchsoße) ebenfalls auf ihre Kosten.

Zum Surfen ging es fast jeden Tag ein paar Kilometer weiter an einen geheimen Strand, der uns von Einheimischen empfohlen wurde (vermutlich nur weil wir ein wenig Spanisch sprachen... Es kann also von Vorteil sein, wenigstens ein bisschen die Sprache zu lernen.)


Candelaria am Abend // Fotos: Katja Brömer

Die Canarios (so nennen sich die Menschen vor Ort) habe ich als sehr entspannt, offen und freundlich erlebt. In unseren 2 Monaten vor Ort, durften wir viele nette Menschen mit den unterschiedlichsten Ansichten und Lebensweisen kennen lernen. Hier findet ihr ein Interview mit Vanessa Hernandez, die als Selbstversorgerin in Tejina lebt. Da wir im Tierschutz aktiv sind, haben wir auch im örtlichen Tierheim ausgeholfen und auch so viele Kontakte unter Gleichgesinnten knüpfen können.

Oben links: Mares (links) mit Eulogio, lebensfoher Canario durch und durch, trafen wir täglich auf unseren Spaziergängen mit seinen beiden Hunden. Oben rechts: Tier- und UmweltschützerIN Vanessa auf ihrem Selbstversorgerhof in Tejina. // Photos: Katja Brömer

Unten: Besuch im Tierheim "Live Arico" im Süden der Insel // Fotos: Theresa Wallrath



Unsere zweite Station sollte dann El Tablado sein, ein winzig, kleiner Ort weiter im Süden, ausschließlich bewohnt von Einheimischen, die eigentlich so gar nicht auf Tourismus eingestellt sind. Von dort aus haben wir einige Ausflüge unternommen. Mal ging es in die Hauptstadt Santa Cruz oder in den Norden Richtung Puerto de la Cruz. Da wir während unseres Aufenthaltes ausschließlich im Süden wohnten (dort ist das Wetter stabiler) waren wir von den vielen tollen Blumen und Pflanzen im Norden sehr beeindruckt. Wir hatten das Gefühl, uns auf einer anderen Insel zu befinden, so unterschiedlich sind das Klima sowie Flora und Fauna.


Max und Mares am Strand von El Soccoro // Foto: Katja Brömer

Unsere dritte und letzte Station war El Médano, das Kite Surf-Mekka von Teneriffa. Eine Strandpromenade führt einmal am Meer entlang. Hier finden sich viele kleine, entspannte Cafés mit Hippies, Surfern und gut gelaunten Menschen. Ein sehr entspannter Tourismus herrscht dort.

Fotos: Katja Brömer


Wir haben ein kleines Häuschen nur 50m vom Meer entfernt gemietet, und konnten so auch Besuch von Freunden aus Deutschland empfangen, was unseren Aufenthalt auf Teneriffa noch heimischer gemacht hat. Hier haben wir viele entspannte und lustige Stunden am Meer, beim Surfen, Rennrad fahren, Wandern oder in einem der vielen kleinen Cafés verbracht und konnten uns zu dieser Zeit noch gar nicht vorstellen, was uns mit der Pandemie eigentlich bevor stand. Einen Tag vor dem ersten Lockdown auf Teneriffa, ging unser Flug zurück nach Deutschland. Wir hoffen, bald wieder zurückkehren zu können und vertreiben uns unser Fernweh nun erst mal mit den schönen Erinnerungen aus dem letzen Jahr...


Am wunderschönen Strand von "El Poris" // Foto: Katja Brömer

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